Tja - wie war es beim Bewerb 70.3 St. Pölten?
Schwimmen:
1.9km sind verdammt lang! Zum Glück gab es einen Wellenstart, sodass lediglich ca. 250 Athleten mit mir auf den Startschuss für die 4. Welle im Viehofner See warteten. Trotzdem war es ein Gedränge und Gezerre und ich war froh, dass sich das bis zur erste Boje etwas aufgelöst hatte. Ich habe dann allerdings den Fehler gemacht, dass ich die Boje innen angeschwommen bin und schon wieder war ich im Getümmel. Irgendwann habe ich einen Schlag auf die Brille bekommen. Ich kann nicht einmal sagen, ob es ein Fuss oder eine Hand war, die mich da gestreift hat - egal auch, aber danach musste ich alle 2-3 Minuten den Dunst in meiner Brille mit Wasser ausspülen. Nach dem Landgang und dem Wechsel und den Ratzersdorfer See hatte ich schon mal die halbe Schwimmdistanz geschafft - mein Problem mit der Brille bestand aber weiterhin.
Fazit fürs Schwimmen: 44min 28sek. (1011. Zeit) sind nicht das was ich mir erwartet habe und auch nicht das was ich schaffen könnte. Für den ersten Wettbewerb muss und will ich aber damit zufrieden sein - es ist eine Standortbestimmung und ich bin froh, dass ich es geschafft habe.
Wechselzone 1: Swim-to-Bike
Nachdem ich nicht der schnellste Schwimmer war konnte ich meinen Wechselsack leicht finden! Rein ins Zelt damit und runter mit dem Neopren - Helm rauf und raus. Mein Bike war genauso verweist wie auch der Wechselsack, sodass ich es nicht nur leicht finden konnte, sondern auch genug Platz hatte. Nach 4min 35sek. war ich auf der Radstrecke.
Rad:
Von Beginn an ging es mir gut. Nach dem Einrollen ging es auf die Schnellstrasse S33. Aufgereiht wie auf einer Perlenschnur zog sich eine Kette von hunderten Athleten über die S33. Blicker raus und mit 45km/h (40km/h Schnitt auf den ersten 20km) konnte ich Platz um Platz gut machen. Beim ersten Anstieg habe ich die Leute gezählt an denen ich vorbei gefahren bin ... 83 waren es, wobei mich niemand überholt hat!
Bei der Labestation Krustetten fülle ich meine Trinksystemflasche wieder mit Wasser auf und stürze mich in die Abfahrt. Fast permanent in Aeroposition heize ich die Hügel runter und überhole und überhole. Entlang der Donau war es super zu fahren - leichter Rückenwind - viele Überholmanöver. Obwohl ich einige Marshalls auf der Strecke gesehen habe, hat sich doch eine Gruppe von 6-7 Windschattenfahrern gefunden, die mit 20cm Abstand zueinander in einem Zug an mir vorbei sind - ungeahndet! Beim Anstieg nach Gansbach (2. Labestation) habe ich dann alle wieder überholt. Hier habe ich leider nicht alle gezählt (die ich überholt habe), bei 65 habe ich aufgehört und da waren noch 1.5km zu fahren.
Der Rest der Strecke ist einfach. Es findet sich aber wieder ein Windschattenlutscher (Startnummer 1260), der sich in meinen Windschatten hängt und wie eine Fliege am Arsch klebt (leider konnte ich ihm keinen warmen Wind gönnen!). Sorry für den folgenden Ausspruch ... wäre er in die Botanik ausgeritten - ich hätte ihm keinen Blick gegönnt.
Fazit für den Radsplit: 2h 32min 19sek. (171. Zeit) sind sehr gut - vor allem mit dem Wissen, dass ich mich bewusst zurück gehalten habe. Auf der S33 wäre mehr möglich gewesen und entlang der Donau habe ich bewusst raus genommen. Anstieg Gansbach war mein Puls auf max. 146bpm ... also eine lockere Auffahrt. Warum? Ich wollte mir für den Laufsplit Energie aufsparen.
Wechselzone 2: Bike-to-Run
Das Auffinden meines Wechselsackes war schwieriger, aber ich hatte ihn mit einem roten Band markiert und so war das auch zu lösen. Ich packe ein paar Gels in mein Trikot und will die Schuhe anziehen ... blöderweise habe ich einen Knoten in den Schnüren - deshalb verplempere ich 2min 34sek. in der Wechselzone. Nun aber raus aus dem Zelt durch die Eventarena!
Laufen:
Das Anlaufen klappt super! Den ersten Kilometer habe ich in 4:20 geschafft. Dann zügle ich mich ein wenig und laufe locker mit 142-150bpm HF mein Tempo. Die Laufstrecke ich total flach und führt ins Regierungsviertel von St. Pölten und wieder zurück zur Eventarena bei der Landessportschule. Die Runde ist zweimal zu laufen. Insgesamt läuft man 6 mal durch die Arena ... super für das Publikum und super für die Athleten! Insgesamt verläuft der Halbmarathon für mich problemlos. Zwischendurch quatsche ich mit ein paar Leuten die ich einhole, bevor ich das Tempo wieder anziehe.
Nach 5:02:56 durchlaufe ich den Zielbogen (1h 38min 58sek. für den Halbmarathon, 298. Zeit). Ich bin geschlaucht, aber nicht fertig! Ich bin glücklich und hatte Gänsehaut-Feeling auf der letzten Stadionrunde vor dem Einlauf in die Eventarena! Ein unglaubliches Feeling die letzten Meter im Laufschritt zu bestreiten!
Fazit fürs Laufen: auch hier hätte ich mehr Gas geben können. Das Quatschen mit den Leuten hat mich etwas Zeit gekostet, war aber wichtig fürs Gemüt. Auch so wäre etwas mehr Tempo möglich gewesen - die Power wäre da gewesen, aber es musste nicht sein - ich muss mich ja nicht "verheizen"!
Wegen der falschen Laufsocken habe ich nun zwei blaue Zehen - aber das vergeht bald wieder. Muskulär - alles i.O. auch wegen der Bewegungsumstellung; Wade ok, Knie ok, Kniekehle - frei und damit ok, Oberschenkel - ok, Hüfte - ok. Die neuen Brooks Laufschuhe sind federleicht und gut zu laufen (trotz wenig Dämpfung).
Fazit für den Bewerb:
Für den ersten Wettbewerb bin ich zufrieden. Gesamtzeit 5:02:56. sub-5 wäre toll gewesen, aber das war nicht mein definiertes Ziel!
Viel wichtiger war es mir, dass ich keine Gelenksprobleme und keine muskulären Probleme hatte; ich habe Erfahrungen gesammelt was das organisatorische und den Ablauf des Bewerbs betrifft. Jetzt weiß ich auch wie sich mein Körper unter der Belastung verhält (unter Wettkampfbedingungen) und wo ich noch zu arbeiten habe. Die Einteilung der Kräfte und die Ernährung beim Bewerb habe ich ganz gut geschafft. Jetzt werde ich noch weiter machen ... in 6 Wochen ist schon der IM!!! Es gibt noch viel zu tun!
last, but not least:
Wieder einmal gilt mein Dank vor allem meiner Schwester, die mich begleitet und unterstützt hat und geduldig gewartet hat! Danke! Danke! Danke!
Und auch meinem "Mental-Coach" gilt Dank für die permanente Unterstützung und die motivierenden Worte! Danke! Danke! Danke!
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