26.05.2008

Antworten, inkl. kurze Analysen

Jetzt habe ich so manche Antwort auf die Fragen, die ich mir letzte Woche noch gestellt hatte - hier eine kurze Zusammenfassung.

Frage: Wie wird es beim Schwimmen?

Antwort:

Es ist hart - ohne Zweifel - aber es ist alles zu schaffen. Ich habe mich bewusst in der Mitte des Pulks platziert damit ich auch das Gezerre und Gerangel mitbekomme. Klar habe ich was abgekriegt und ich habe die Körper und Gliedmaßen der Leute neben mir gespürt - aber nach kurzer Zeit habe ich mich "beruhigt" und bin locker, aber (sehr) langsam geschwommen (das Problem mit der Brille ist nicht der Grund für die unter den Erwartung gebliebene Schwimmleistung).

Mein Respekt vor dem Schwimmen war hoch, ist hoch und bleibt hoch. Doch der Weg zum Erfolg (Erfolg = Schwimmen der Distanz) führt über lockeres Schwimmen, keine Hast, keine Eile, keine Hektik. Ein Armzug gefolgt vom nächsten bringt das Ziel (Ziel = der Ausstieg) näher!

Was ich hier positiv hervorheben möchte: als ich Platz hatte, habe ich mich auf die Technik konzentriert - Armzug oberwasser, hoher Ellbogen, Fingerspitzen streifen an der Wasseroberfläche; Streckung, Schulter nach vorne; Abklappen des Handgelenks, Armzug unter Wasser mit hohem Ellbogen, langer Armzug, Beschleunigungsphase ... knapp vor dem Ausstieg aus dem Viehofner See hat das gut geklappt. Dann wurde ich langsam müde und geriet wieder in diverse kleinere Fights (weil ich von den Schnellen der nächste Startwelle eingeholt wurde); das hat mich immer wieder kurz aus dem Rhythmus brachten - es bleibt also genügend Raum für eine Verbesserung!


Frage: Wie wird es mir auf dem Rad gehen?

Antwort:

Bei meiner Paradedisziplin klappte alles wie am Schnürchen. Ich habe ein gewisses Risiko genommen und darauf verzichtet einen Ersatzschlauch und Werkzeug mit zu führen. Mit der 171. Zeit am Radsplit bin ich sehr zufrieden - zumal ich mich bewusst gezügelt habe.

Auf der S33 war ich mit dem Puls nach der Wechselzone zwischen 135 und 142bpm. Ich habe überholt wie ein Irrer, fühlte mich sehr gut, habe mich aber in Anbetracht der noch kommenden 80km am Rad auf einen HF Bereich von ca. 120-125bpm eingeschränkt. Der Durchschnittsspeed lag trotzdem noch bei fast 40km/h (bei leichtem Gegenwind).
Beim ersten Anstieg konnte ich zahlreiche Mitstreiter überholen - ohne mich auszupowern; Puls war maximal bei 150bpm - aber nur ganz kurz.

Entlang der Donau das gleiche Bild wie auf der S33 - ich habe viele überholt - habe mich aber bewusst zurück gehalten - average heartrate 122bpm. Beim Anstieg nach Gansbach ... hier passiere ich sehr viele Mitstreiter mit 146 Puls (max.) - also weit weg von meinem Limit.

Die letzten 22km habe ich zur Vorbereitung auf den Laufsplit genutzt - sprich Aufnahme von Nahrung (Gel) und Flüssigkeit, lockern der Muskeln, habe aber mein Bike trotzdem "fliegen" lassen.

Das Trinkflaschensystem (& das Trinken) hat super funktioniert, Ernährung und Verträglichkeit der zugenommenen Gels und Riegel ebenso.

Das Cervelo ist ein Wahnsinn! Alles super eingestellt (von Hannes (Rad-)Fuchs)! Die Sitzposition passte perfekt - ich bin nur ganz selten aus der Position raus gegangen und das auch nur wenn es wirklich notwendig war. Der Druck auf die Pedale ist schon recht gut, bis zum IM wird es noch besser werden und an etwas mehr Überhöhung werde ich mich bis dahin auch gewöhnen.

Alles in allem ... zur Perfektion fehlte hier nicht viel! Bei der Einteilung der Kräfte hätte ich hier sogar mehr "riskieren" können. Aber ... das passt schon wie es war!


Frage: Wie werde ich mit der Vorbelastung den Lauf bestreiten?

Antwort:

Sehr gut! Die Vorbereitung auf den letzten Rad-Kilometern hat sich ausgezahlt. Das Anlaufen in den Laufsplit heraus aus dem Wechselzelt war einfach; der erste Kilometer war schnell erledigt; danach habe ich aber wieder raus genommen - ich wollte nicht übertreiben.

Die erste Runde verlief problemlos; nur ein kurzer "Boxenstop" an einem Baum (2. Laufsplit), danach ging es um etwas Flüssigkeit erleichtert weiter. Beginne eine Quatscherei mit einem Läufer, der schon leicht gezeichnet war. Nach ca. 2km erhöhe ich meine Pace aber wieder. Durch die Eventarena durch starte ich in die zweite 10.5km Runde.

Gebe am Beginn der Runde richtig Gas; das wäre die richtige Pace gewesen, um sub-5 zu finishen. Ich habe aber immer noch Bedenken ob ich den Speed wirklich noch bis zum Finish durchhalten könnte - sprich ... ich nehme wieder raus, denn ICH WILL LAUFEND FINISHEN! Und ich hatte Bedenken, ob meine Verdauung diesesmal durchhalten würde (beim Halbmarathon in Graz hatte ich ja extreme Probleme in der 2. Hälfte des HM).

Wieder quassle ich mit einer Mitstreiterin, von der ich mich nach 2km des gemeinsamen Laufens und Redens wieder verabschiede. Im letzten Laufsplit genieße ich nur mehr die Stimmung, klatsche mit Kindern am Wegesrand ab, die eine Mordsstimmung machen und eine Mords-Gaudi haben, dass wieder jemand die Hand hingehalten hat. Ich zähle die Kilometer anhand der aufgestellten Distanzangaben runter und freue mich schon auf den letzten Run durch die Arena.

Zieleinlauf ... Blick auf die Uhr im Zielbogen - 5:27:56 (minus 25min -> 4 Startwelle) - knapp über 5 Stunden, aber ich bin zufrieden!

Insgesamt bin ich mit dem Laufen sehr zufrieden. Auch hier wäre definitiv mehr möglich gewesen (1h 30min ist realistisch). Beim Laufen habe ich bewusst auf die Bewegungsmuster Einfluss genommen; die (linke) Wade war ja mein "Problemkind" gewesen - diesmal aber klappte alles bestens. Wade frei, Oberschenkel zwar nicht mehr ganz frisch, aber die Muskeln arbeiten wunderbar. Kein Problem mit den Gelenken!
298. Zeit auf der Halbmarathon Distanz ist ausbaufähig, aber auch hier überwiegt meine Zufriedenheit mit dem Geleisteten!

Fazit:
Angesichts meiner Zurückhaltung beim Radeln und Laufen würde ich meinen, dass 4h 45min möglich gewesen wäre. Leider bin ich beim Schwimmen hinter meinen eigenen Erwartungen geblieben, denn ich weiß, dass ich es in 40min hätte schaffen können; hier fehlt es mir aber noch an Erfahrung - aber das wird noch! In den Wechselzonen war ich auch nicht der Schnellste und Organisierteste - also auch hier gibt es Raum für Verbesserung.

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