Nach den Wochen und Monaten des Trainings ist die Triathlonsaison 2008 nun für mich abgeschlossen. Letztes Wochenende bei der Trimotion in Saalfelden war ein weiteres echtes Highlight … da hat (fast) alles zusammen gepasst. Die Organisation – die vielen Helfer – das Wetter – die Mitstreiter … so etwas ist echt fein … trotz der nun schmerzenden Beine und der Müdigkeit nach dem Bewerb. Aber bevor ich hier ins Jammern verfalle … zurück an den Beginn; auf das eingeklammerte „fast“ komme ich auch noch zu sprechen.
Tag der Anreise … ich habe zwar mein Zimmer gebucht, aber es ist nicht ins System eingetragen gewesen und so stand ich vorerst ohne Unterkunft da. Nun ja … es gab eine Option ein Apartment gemeinsam zu belegen – nach der Besichtigung stand für Sabine, Pit und mich fest … wir sind irgendwie Glückskinder! Geschätzte 130m² Wohnfläche wurden uns angeboten! Das Echo unserer Kommunikation verhallt erst nach mehreren Sekunden!
Antje hatte ihren Zug versäumt und kam erst gegen 21:30 in Zell am See an … sie hat sich mit der weiten Anreise wieder was angetan!
Tag 2 ... Besichtigung der Radstrecke und des Ritzensees – sowie Vorbereitung auf den Bewerb am Samstag … es gibt nichts Aufregendes zu berichten – außer, dass ich beinahe vor lauter Lachen einen Bauchmuskelkrampf bekommen hätte. Ach ja … wir durften Werner Leitner persönlich kennen lernen … er ist echt sympathisch und nett und er wird sich an uns alle erinnern! Das war ein netter Abend mit Sabine, Moni, Antje, Captain, Pit und Werner!
Race day … nach dem check-in mussten wir etwas Zeit überbrücken … kein Problem. Wieder läuft der Schmäh – da vergeht die Zeit doch schnell. 15min vor dem Startschuss kippen wir noch je eine Dose RedBull hinunter und dann geht es ins trübe Wasser des Ritzensees. Sichtweite 30cm. Oder weniger. Nix da mit „kristallklar“! Auf jeden Fall war ich in ein Gemetzel verwickelt, wurde immer wieder aus dem Rhythmus gebracht. Schade, dass ich die Nummer meines Kontrahenten nicht gesehen habe! So ein Ar…! Egal … ich war sowieso nicht auf Höchstleistung getrimmt und habe deshalb nur locker einen Zug nach dem anderen gemacht.
Raus aus dem Wasser – rein ins Wechselzelt! Viele Wechselsäcke waren nimmer da … egal … ich war voll im Plan!
Mit „Maah, hölfst ma bitteee ana“ gewinne ich gleich zwei Helferinnen für mich. Leider fehlt mir die Zeit, um länger mit ihnen zu quatschen – aber ich lasse trotzdem keinen Stress aufkommen. Antje und Pit waren schon auf der Radstrecke, Sabine muss knapp hinter mir aus dem Wasser gestiegen sein. [Captain und Moni habe ich erst auf der Laufstrecke zu Gesicht bekommen – die machen immer so einen Stress bei den Bewerben!!!]
Nun gut … auf der Radstrecke behalte ich meine „Weiße Weste“ – sprich ich bin auf der gesamten Radstrecke nie überholt worden!!! Ich fahre ständig auf der Überholspur, verbessere mich um mehr als 200 Plätze, brenne die 54. Zeit in den Asphalt und fahre an Antje und Pit zu Beginn der 2. Radrunde vorbei. Zuerst wollte ich Pit und Antje noch etwas „mitziehen“ [nicht im Windschatten, aber als eine Art „Pacemaker“], als ich aber sehe, dass der Abstand größer wird, drücke ich wieder ins Pedal und setzte meine Aufholjagd fort.
Pit hat mir kurz von seiner Begegnung mit seinem „Darth Vader“ erzählt … ein Marshall hat ihn kurz ermahnt. Dabei muss sein Puls kurzfristig auf 110% geschnellt sein!
Auf der zweiten Runde war „Muttertag“ angesagt … an der steilsten Stelle fahre ich mit 17km/h in die Radarfalle … andere waren hier ca. 13km/h schnell. Nun gut – ich war schneller, aber es hat mir auch verdammt weh getan – ich glaube, dass das Laktat von diesem Anstieg bis in meine Haarspitzen abgelagert wurde, weil in den Muskeln sowieso kein Platz mehr dafür war! Nein – nun im Ernst … es war ein solider Radsplit mit Potential für Verbesserung, aber es wäre vielleicht eine Erklärung für meine grauen Haare, oder?
Zurück in die Wechselzone … rein in die Laufschuhe. Auch hier waren wieder Helferinnen zur Stelle – sogar ohne den Spruch vom ersten Wechsel. Vielleicht habe ich so hilfsbedürftig ausgesehen?!!?!? Oder sie haben sich an meinen einen erinnert?!?!
Auf den ersten Metern merke ich gleich, dass der Lauf heute zur Qual werden wird. Von der Wechselzone runter zum Zielzelt muss ich einen kurzen Stop einlegen … nix dramatisches, nur eine kurze Pinkelpause. Keine Sorge … ich habe nicht vor allen Leuten im Zelt gemacht!!!
Die Beine waren schwer und die Bewegung im Oberkörper bereitete Schmerzen. Ich durfte mit dem Puls nicht höher als auf 135 bis max. 140bpm gehen – darunter war es zwar nicht optimal, aber ok. Das war sozusagen mein „Drehzahlbegrenzer“; sobald ich drüber ging, kam sofort das „slow down“ Signal.
So hantle ich mich von einer Labestation zur nächsten weiter – quatsche mit den HelferInnen und melde mich bei ihnen ab um mich auch gleich wieder bei ihnen voranzukündigen. Pro Labestation verplempere ich hier einige Sekunden. Macht nichts – ich habe meinen Spaß dabei und jedes Mal wenn ich wieder die Labestation erreiche werde ich schon mit freundlichen Worten begrüßt.
Pit flitzt im Laufe der zweiten Runde an mir vorbei und auch Antje lässt mich Staub schlucken! Ich bin von beiden mehr als beeindruckt … nicht weil sie mich überholt haben, sondern weil sie beide so locker (und leicht) gelaufen sind – die Laufstrecke ist ja nicht gerade einfach mit diesen Anstiegen und Gefällen.
Auf der Laufstrecke begegne ich erstmals im Bewerb auch Sabine. Sie spult die Kilometer runter wie ein Uhrwerk die Sekunden taktet. Sie lächelt auch noch nach 14 Kilometern … es geht ihr gut auf ihrer ersten Mitteldistanz. Ein super–konstanter Lauf mit dem sie den Bewerb mit einer Zeit deutlich unter 6 Stunden abschließt!! Ihr Grinsen wie am Foto verliert sie nicht einmal beim Lauf!!!
Folgendes muss hervorgehoben werden … sie war beim Lauf schneller als ich!!!! [ok, das sagt nicht viel aus, weil ich ja auch nicht der Megaläufer bin, aber sie kann mit sich und ihrer Leistung sehr zufrieden sein]
Der Zieleinlauf ist diesmal eine Erleichterung. Ich war schon geschafft und müde und ich hätte nicht weiterlaufen können (und wollen auch nicht).
Nach dem Duschen und nachdem wir etwas gegessen hatten, sind wir zurück ins Apartment und haben bei einem Balkonbierchen gemeinsam ein ausführliches De-briefing durchgeführt.